Cluster Testbase
BGF: 20.772m²
Ort: Wien
Jahr: 2011

Kategorie                                 Bürobau
Bauherr Stadt Wien / MA 19
Ort Wien
Jahr 2011
BGF 20.772m2

 

PROJEKTBESCHREIBUNG


Grösst mögliche Bedachtnahme auf strikte vertikale Trennung zwischen den Magistratsabteilungen bei gleichzeitigem Zusammenfassen der Volumen gemeinsamer kompakter und wirtschaftlicher Gebäudeform. Die Hauptzugängen sind den jeweiligen Magistratsabteilungen separat zugeordnet und leicht erkennbar.

Behutsame Adaptierung des Bestandes MA 39, damit ungestörter Betrieb während der Bauphase garantiert ist. Der Haupteingang MA 39 wird behindertengerecht adaptiert und verbleibt in jetziger Lage. Der Quertrakt wird - ab Kranbahn - neu errichtet, der Zwischenbereich wird verbreitert und auf danach 4 Ebenen plus Dachgeschoss erhöht. Das in der ersten Phase freigespielte Seminarzentrum wird zwar an ähnlicher Position im Grundstück belassen, aber in den Gesamtbauköper integriert um die direkte Verbindung zur MA 39 zu betonen. Ein externer Zugang ist möglich, der Ausblick des Seminarraums auf den zukünftigen Park ist gegeben, die eigentlichen Pausen- und Vorzone ist aber in den Innenhof orientiert. Dieser Vorplatzbereich wird wegen der günstigen Anbindung zum Radnetz als grosszügiger Fahrradabstellbereich genutzt, denkbar sind auch Ladestationen für E-Bikes bzw. für Elektrofahrzeuge.

Die MA 38 ist L-förmig an der Litfassstrasse / Rinnböckstrasse organisiert. Die Erdgeschosszone wird durch eine angemessen markante Haupteingangssituation attraktiv und belebend gestaltet. Die innere Struktur der Trakte der MA 38 ist entsprechend dem hohen Anteil an Laborräumlichkeiten mit erforderlichen Raumhöhen organisiert. Der Sitzungssaal im Erdgeschoss profi tiert vom attraktiv gestalteten, üppig begrünten Innenhof. Die Anlieferung zur MA 38 erfolgt über die Akkreditierung der MA 59 bzw. über den Haupteingang der MA 38.

Die MA 59 wird wegen der funktionell erwünschten Nähe zur MA 38 angrenzend an diese oberhalb des Seminarzentrums lokalisiert. Eingang und Akkreditierung ist auch hier völlig separat und liegt eindeutig adressbildend an der Ecke zur Litfassstrasse.

Die Brandhalle ist von der Wohnbebauung abgerückt und bildet gemeinsam mit der Prüf- und Schallhalle eine grosse zusammenhängende Struktur. Der Schlot ist, fernab der Nachbarliegenschaften, in Betonung der Achse vom 3. Bezirk - Verlängerung der Wilhelminen Jursa Strasse als städtebauliches Zeichen ablesbar. Über das bestehende Volumen der Prüfhalle und die neu hinzugefügten Volumen von Brand- und Schallhalle wird eine günstige Stahlkonstruktion gestülpt, die eine einheitliche formale Identität stiftet und gleichzeitig als Berankungsgitter dient. Diese Übergrünung macht eine harmonische Integration in ein landschaftsplanerisches Konzept des neuen Parks denkbar. Die Brandschutzmulden sind soweit wie möglich von den Anrainern entfernt positioniert und ideal manipulierbar.

Der freigewordene Bauplatz an der Gratian-Marx-Strasse wird vom erforderlichen Raumprogramm von MA 6 und MA 60 gefüllt.

STÄDTEBAU

Die nördliche Gebäudekante nimmt die städtebauliche Flucht der gegenüberliegenden Strassenseite auf. Eine Überbauung der LKW-Einfahrt ist - wegen des um die MA 59 reduzierten Flächenbedarfs - nicht notwendig. Das Hauptgebäude Verwaltung ist ein an den Bestand angebauter kompakter 4-Kanter mit Innenhof, 4-geschossig mit Dachgeschoss. Die geringe Aussenhülle wird durch Überdachen des Innenhofes weiter optimiert und gleichzeitig ein wintergartenartiger Bereich geschaffen, welcher der unverwechselbaren Identität des Gebäudes dient und mit angemessener Begrünung hohe Aufenthaltsqualität für Rekreation und Kommunikation bietet.

Das Nebengebäude Verwaltung ist ein strassenbegleitendes 4-geschossiges Gebäude mit 15 Meter Trakttiefe und Mittelgang. Die Prüfhallen orientieren sich mit mehrseitig fl exiblen Zu- und Abgängen in einen äusserst grosszügigen Wirtschaftshof mit reichlichen Abstell- und Rangierfl ächen. Der bestehende parkartige Hofbereich vor den Wohnhäusern bleibt unverbaut. Weitere Verdichtung der Grüngestaltung schafft den notwendigen Sicht- und Akkustikfi lter zum Wirtschaftshof und belässt die hohe Wohnqualität der Anrainerliegenschaften.

Die Hauptzufahrt für LKW und Betriebsfahrzeuge erfolgt über die Gratian-Marx-Strasse. Allerdings wird eine Nebeneinfahrt bzw. Durchfahrt von der Litfassstrasse mittels richtungsgebundenem Abzweiger und Verzögerungsstreifen vorgeschlagen, um grösst mögliche Flexibilität der Zu- und Abfahrten zu ermöglichen. Die Garageneinfahrt ist im vorderen Drittel der Rinnböckstrasse situiert und umfasst 86 PKW Stellplätze. Die innere Erschliessung ist strikt nach Akkreditierungsbereich getrennt und wird je nach Abteilung über eigene Stiegen und Lifte vertikal erschlossen.

Der grosse, unverbaute Wirtschaftshof dient nicht nur der räumlichen Qualität und ausreichender Manipulationsfl äche sondern verfolgt auch das Ziel geringer Oberfl ächenversiegelung und durch üppige ergänzende Bepfl anzung ökologische Nischen für die Tierwelt zu schaffen. Der grüne Vorplatzbereich im Norden bietet die Möglichkeit eine optische Verzahnung zum angrenzenden Park zu schaffen. Eine interessante visuelle Querverbindung durch den 2-geschossigen Raum des Seminarraums ist sogar vom Innenhof aus erlebbar und vermittelt ein grosszügiges Raumgefühl.