LKH Klagenfurt
Eltern-Kind-Zentrum
BGF: 20.500 m²
Ort: Klagenfurt
Jahr: 2004

Kategorie                                 Bürobau
Bauherr Kärntner Landeskrankenanstalt
Projektkosten € 58 Mio.
Ort Klagenfurt
Jahr 1998-2004
BGF 20.500 m2

PROJEKTBESCHREIBUNG


DIE ARCHITEKTUR

Die Architekten Soyka/Silber/Soyka, welche für ihr Projekt mit dem 1. Preis ausgezeichnet und schliesslich mit der Planung beauftragt wurden, sehen die Unterbringung der Bereiche Pflege und Diagnose-Therapie in zwei unterschiedlichen Bauteilen vor, die in ihrer jeweiligen Organisation und Form der gestellten Aufgabe optimal gerecht werden. Der kreisförmige Bettentrakt ist wesentliches Element des innovativen Konzeptes. Statt eines herkömmlichen mittleren Gangsystems erfolgt die Erschliessung der einzelnen Patientenzimmer direkt von der kreisrunden Spiel- und Aufenthaltsfl äche. Die Zimmer-Stirnseite ist raumhoch verglast und ermöglich den visuellen Blickkontakt des bettlägerigen Kindes zur Spiel- und Bewegungsfl äche und gibt dem kleinen Patienten das Gefühl nicht isoliert zu sein. Zum anderen kann der zentral integrierte Schwesternbereich sehr einfach den gesamten Überblick zu den Zimmern behalten. Wenn Rückzugsmöglichkeit und Intimität gewünscht oder erforderlich ist, kann die verglaste Wand selbstverständlich mittels Plissees blickdicht geschlossen werden.

Der 5-geschossige Bettentrakt und der 2-geschossige Behandlungstrakt sind miteinander durch eine grosszügige hotelartige Halle verbunden, die einerseits eine offene und freundliche Atmosphäre vermittelt und andererseits zum ungestörten Ablauf der Funktionen beiträgt. Die Halle bildet das über die ganze Länge des Behandlungstraktes verlaufende visuell stützende Element. Die kompakte Form des Behandlungstraktes defi niert sich aus der Notwendigkeit kurzer und effi zienter Wegführungen für Patienten und Personal. Im Erdgeschoss sind die Funktionsgruppen Röntgen, gynäkologische Tagesklinik und sämtliche Ambulanzen nach den geforderten kompakten funktionellen Zusammenhängen organisiert. Im Obergeschoss erschliesst ein mit Oberlichten verglaster Gang die Bereiche Station Kinderchirurgie, Neonatologie, Kinderintensivstation, Geburtshilfe und den OP-Trakt.
Im Tiefgeschoss befinden sich die Physio- und Ergotherapie, die Ärztedienstzimmer, Bereitschaftsräume und die Zentralgarderobe.

Das Innovative an dem neuen Eltern-Kind-Zentrum manifestiert sich in der Zusammenfügung dreier Abteilungen unter einem Dach, verbunden mit der Vielfalt von Vorteilen, die deren Zusammenwirken bietet. Mit der Besiedelung des neuen Gesundheitszentrums wurde nicht nur ein in gebäudetechnischer als auch in baugestalterischer Hinsicht hochaktuelles Gebäude in Betrieb genommen, sondern gleichzeitig wurde auch eine neue Organisationsstruktur eingerichtet. Durch die Zusammenführung der verschiedenen Abteilungen konnte nun die Abkehr von starren, durch lange Wege gekennzeichneten Prozessen realisiert werden, verbunden mit der Hinwendung zu einem fl exiblen, funktionell ausgerichteten Organisationsschema. Das neue Gesundheitszentrum ist in baulicher und organisatorischer Hinsicht ein Pilotmodell für das künftige ‚Landeskrankenhaus Neu‘, ein Schwerpunktkrankenhaus, das in den nächsten zehn Jahren als Ersatz für die derzeit vorhandene, veraltete Pavillonstruktur entstehen wird. Die Konzentration der Abteilungen ermöglicht aus medizinischer Sicht eine optimale fächerübergreifende Behandlung der Patienten. Aber auch die Pfl ege ist abteilungsübergreifend tätig. Bei dem realisierten Gesundheitszentrum wurde eine zeitgemässe Betriebsorganisation zum Wohle der Patienten umgesetzt.
Mehr als 36.000 Patienten erwartet man jährlich, die rund um die Uhr von 370 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus Medizin und Pfl ege betreut werden. Für die stationäre Behandlung stehen 189 Betten zur Verfügung. Die Eltern können bei ihrem Kind im Zimmer schlafen und sind bei Betreuung und Pflege massgeblich beteiligt. Es stehen jedoch auch eigene Elternzimmer zur Verfügung. Ein Zentrumsmanagement trägt die kaufmännische Verantwortung für den Wareneinkauf und ist für die Ver- und Entsorgungslogistik zuständig. Im Pfl egebereich stehen Oberschwestern erstmals nicht mehr Abteilungen vor, sondern betreuen Aufgabenfelder. Der gesamte Funktionsbereich einschliesslich der Ambulanzen einerseits und der Stationsbereich mit Bettenturm andererseits wird jeweils von einer Oberschwester geleitet. Damit wird eine bessere Koordinierung und Auslastung der Infrastruktur erreicht. Die Ärzte werden somit nicht mehr mit organisatorischen Tätigkeiten belastet.

Das Gebäude wird über die westliche Anliegerstrasse erschlossen. Der Haupteingang öffnet sich zu einer zentralen Eingangshalle, die direkte Wegbeziehungen zu dem zentral gelegenen Hauptstiegenhaus sowie zum Besucherlift hat. Ebenfalls auf der westlichen Seite befi ndet sich die mit der Notaufnahme verbundene Rettungsvorfahrt, die direkt von der Anliegerstrasse angefahren werden kann. Der separate Eingang der Spezialpädiatrie erfolgt über einen neben dem Haupteingang gelegenen Seiteneingang, der über eine Verbindung zum Garten der Spezial-Pädiatrie verfügt.
Ein weiterer Eingang befi ndet sich an der Ostseite des Objektes. Von hier aus wird die gynäkologische Ambulanz erschlossen. Die unterirdische Anbindung des Gebäudes an das vorhandene unterirdische Gangnetz erfolgt an der östlichen Gebäudeseite. Durch einen dritten Bettenlift werden die Güter direkt in die Stationen geliefert. Die notwendigen Verbindungswege mit einer Breite von 2,40 Metern werden durch drei innenliegende Stiegenhäuser und vier aussenliegende Fluchtstiegen, die den Brandabschnitten zugeordnet sind, ins Freie geführt.