Sozialbau Engerthstrasse
BGF: 24.000 m²
Ort: Wien
Jahr: 2008

Kategorie                                 Wohnbau
Bauherr Neuland gemeinnützige Wohnbau GesmB
Projektkosten € 22 Mio.
Ort Wien
Jahr 2004-2008
BGF 24.000 m2

PROJEKTBESCHREIBUNG


STÄDTEBAU

Der Städtebau ist grossräumig gekennzeichnet durch eine geschlossene Blockrandbebauung entlang Engerthstrasse / Weschlstrasse / Handelskai / Holubstrasse, unterbrochen durch einen öffentlichen Durchgang (die ehemalige Wehlistrasse) in West-Ost-Richtung verlaufend an der Grundstücksgrenze zur Nachbarparzelle von Kabel & Draht. Die Bebauung im Innenhof wird der Flächenwidmungsvorgabe entsprechend durch 3 verschwenkte Stadtvillen bestimmt.

Es entsteht eine lockere Verteilung der Volumen durchdrungen von grosszügigen Grünbereichen mit vielfältigen Blickperspektiven. Eine zusätzliche Durchwegung in Nord-Süd-Richtung öffnet eine fussläufige Verbindung zur Engerthstraße.

ARCHITEKTUR

Das architektonische Erscheinungsbild der Villen ist geprägt durch bestmöglichste Orientierung zu Licht und Aussicht der jeweils fünf Wohnungen pro Regelgeschoss. Vorspringende Loggien kontrastieren mit weiss verputzten Mauerwerksfl ächen, in denen ein Versetzen und Zusammenfassen von Fensterbändern eine spannungsreiche Komposition ergeben.

Die beiden äußeren Stadtvillen werden durch Gelenkbauteile an die jeweils angrenzenden Bestandsobjekte so angebunden, dass ein 2-geschossiger Durchgang erhalten bleibt und auch hier vielfältige Wegführungen und Blickachsen angeboten werden. Grosszügige Oberlichtverglasungen durchfl uten die innenliegenden Stiegenhäuser und Liftkerne.

Präzise in die Fassade geschnittene Verglasungen geben interessante Blickbeziehungen der Erschliessungszonen nach aussen und markieren den Haupteingang deutlich.

Das zurückgesetzte Dachgeschoss - im westlichen Gebäude als allgemeine Sauna genutzt - wird durch weit auskragende Dachvorsprünge zum kräftigen oberen Abschluss.

Das Laubenganghaus in der Engerthstrasse schliesst zwischen den Feuermauern der bestehenden Nachbargebäude. Die Strassenseite zeigt eine eindeutige Zonierung in Sockel, Mitte und Attika, den jeweiligen Grundrissen und Nutzungsinhalten entsprechend. Die öffentliche Erdgeschosszone mit Haupteingängen, Garageneinfahrt, Durchgang und Geschäftslokalen, die sechs Regelgeschosse mit markanten Loggien und analogem Spiel von versetzten Fensterbändern und den zwei zurückgesetzten Dachgeschossen der Maisonnettewohnungen.

Die Eingänge und Stiegenhauskerne mit ihren offenen Liften rhythmisieren die Fassade und ermöglichen Tageslicht und Orientierung. Die Gartenseite des Laubenganghauses ist defi niert durch eine akzentuierte Farbgestaltung. Im Sockelgeschoss schiebt sich ein am Dach begrünter Gebäudeteil der Geschäftsnutzung um einige Meter in den Park, während im Dachgeschoss die Grundrisse der Maisonnetten durch Vor- und Rücksprünge eine kleinteilige Strukturierung ergeben.

FREIRAUMGESTALTUNG

Die Freiflächengestaltung beruht auf einer lockeren, hainartigen Landschaft, bei der die Bäume (Blauglockenbaum, Tibetkirsche, Erle, Mehlbeere) entlang der Wegführung frei angeordnet sind.

Charakteristisch für die Anlage ist die öffentliche Durchwegung als Grenzbereich zum Nachbarn (Siemens,) die auch als Erschliessung für die Feuerwehr dient. Bei den Punkthäusern öffnet sich der Weg (roter Asphalt) jeweils zu einer Platzfigur (Plattenbelag). Eine fussläufi ge Verbindung führt über einen leicht ansteigenden Gartenteil zur Engerthstraße, der durch locker gestreute Gruppen von Felsenbirnen bestimmt ist.

Die Kinderspielplätze sind naturnah und skulptural gestaltet. Weidenlabyrinthe, Liegelandschaften und Wasserstellen bilden wesentliche Ausstattungselemente. Spiele zwischen Obstbäumen, Haselnuss- und Beerensträuchern, auf Flächen aus Riesel, Sand und Wiese, belegt mit markanten Findlingen, schaffen eine charakteristische Atmosphäre mit einem Hauch von Abenteuer. Die Flächen unter den beiden Verbindungsbrücken der Punkthäuser können bei Regen als gedeckte Plätze genutzt werden. Im Vorfeld der Wohnungen im Erdgeschoss entstehen durch gestaffelte, paraventartig gesetzte Hecken geschützte, privatere Bereiche.