Gebrüder Weiss Headquarter
BGF: 8.313 m²
Ort: Lauterach
Jahr: 2011

Kategorie                                 Bürobau
Bauherr Gebrüder Weiss Gmbh
Ort Lauterach
Jahr 2011
BGF 8.313 m2

PROJEKTBESCHREIBUNG


Das Volumen des neu zu errichtenden Headquarters wird als längsgestreckter Baukörper entlang der Bundesstrasse situiert und besetzt die vorhandene „Baulücke“ über die gesamte optische Breite um das Strassenraumbild zu schliessen. Der Bauplatz ist somit schon mit dem ersten Bauabschnitt (wann die 50% Ergänzung folgt ist nicht abzusehen) im Erscheinungsbild fertig und bleibt nicht über ungewisse Zeit nur Rudiment. Der vorgeschlagene Baukörper zeigt sich formal als dynamisch geschichtetes Volumen, der den Arbeitsinhalt des Unternehmens - den präzisen und raschen Transport von Gütern - ideell umsetzt. Das architektonische Gestaltungsprinzip bezieht sich auf die Analogie von Bewegung, Dynamik, Unternehmensgeist, aber auch auf die Symbolik eines modernen, innovativen Konzerns.

Das unverwechselbare Unternehmensprofi l fi ndet seinen Ausdruck in einer entsprechenden Architektur ohne übertriebenen Gestus. Die vielen dezentralen Niederlassungen, die unter einer übergeordneten Führung stehen, werden in architektonischer Formensprache von Sockelgeschoss und übergeordnetem Dachgeschoss spürbar.

Konstruktiv wird bei aller architektonischer Aussagekraft auf ein äusserst wirtschaftliches, einfaches und schnell zu errichtendes Gebäude grösster Wert gelegt. So wird die Sockelzone bzw. auch die beiden Garagengeschosse mit Fertigteilstützen, umlaufenden Randträgern und vorgespannten Hohldielen konzipiert. Somit entsteht ein vollkommen stützenfreier Innenraum, der grösste Flexibilität bietet. Das auskragende Dachgeschoss lastet auf vier von unten durchlaufenden Fassadenrandstützen und ist als Stahlrahmenfachwerk in Wand, Boden und Decke ausgebildet. Die Ausfachung zwischen den Rahmen erfolgt in leichter Holzbauweise.

Der mit gläsernen Paneelen verkleidete zweigeschossige Sockel bildet eine öffnende Geste zum Haupteingang, welcher durch das gegenläufi g geknickte, holzverschalte Dachgeschoss wie durch ein auskragendes Vordach geschützt ist. Die Fassaden sind wegen der hohen gewünschten energetischen Speichermasse, bzw. dem geringen Wärmeeintrag mit Parapet und Sturz versehen, das verbleibende Fensterband ist mit öffenbaren Fensterfl ügeln und aussen liegende Jalousien mit Lichtlenkfuntkion geplant.

Man betritt das Headquarter mittig in eine 2-geschossige, angenehm proportionierte Lobby von der aus die horizontale und vertikale Verteilung erfolgt. Die Tochterfi rma X-/Vise ist von der Lobby aus optisch präsent wahrzunehmen die vorgelagerte Warte- und Repräsentationsfl äche in der Lobby kann synergetisch mit dem Mutterkonzern mitbenutzt werden. Der Seminarbereich und das Catering bzw. die Cafeteria können mittels mobiler Wände für grosse Veranstaltungen zur Lobby erweitert werden und somit ein grösseres räumliches Spektrum eröffnen.

Die gewählte Trakttiefe lässt jede Art von Bürolayout von Einzel- über Kombi- und Gruppen- bis Grossraumtypologie als fl exibles und reversibles System zu. Teamorientiertes und projektbezogenes Arbeiten mit grossem Augenmerk auf informelle Kommunikationszonen ist die Grundlage für ein angenehmes und hochmotivierendes Umfeld für die ‚besten Köpfe‘. Die einzelnen Abteilungen sind ihren Funktionen entsprechend stockwerkweise zusammengefasst. Die Geschäftsleitung mit angegliedertem Sitzungssaal ist im obersten Geschoss zentral angeordnet und in den täglichen Ablauf der anderen Abteilungen einbezogen.

Das Gebäude erfüllt die Anforderungen an den Niedrigstenergiestandard. Alle Büroräume sind mit Komfortlüftung ausgestattet. Freie Nachtkühlung ist möglich. Tageslichtsteuerung und Arbeitsbeleuchtung mit Anwesenheitssensor helfen Energie zu sparen.

Durch die Überlagerung der verschieden geknickten Baukörper entsteht - ideell betrachtet - einerseits im Grundrissbild und in der perspektivischen Wahrnehmung des Gebäudes der Buchstabe ‚W‘ in Anspielung auf den Firmennamen, andererseits entstehen - im Konkreten - schützende Überdachungen im Erdgeschossbereich bzw. Terrassenfl ächen in den Obergeschossen, die zur Rekreation für die Mitarbeiter, aber auch für Kundenrepräsentationen verwendet werden können.

Insgesamt entsteht eine äusserst wirtschaftliche und symbolhaft für die Erfolgstugenden des Unternehmens stehende Architektursprache, die angemessen präsent ist aber gleichzeitig zurückhaltend und traditionell verwurzelt.

STATISCHES SYSTEM

Das statische System des gesamten Objekts zielt auf grösstmögliche Wirtschaftlichkeit ab, weswegen die Bauzeit durch den Einsatz von Fertigteilelementen möglichst kurz gehalten wird. In der Tiefgarage und den beiden Sockelgeschossen werden generell Decken aus Hohldielenelementen verwendet, wodurch weitgehende Stützenfreiheit zwischen den Aussenwänden erzielt wird. (abgesehen von Lift- und Stiegenhauskernen). Die Ausführung der Tiefgaragenwände kann aus Dichtheitsgründen mittels Ortbeton geschehen, eventuell aber auch dort unter Berücksichtigung einer geeigneten Abdichtung auf Hohlwandelemente zurückgegriffen werden. Sämtliche Bodenplatten erhalten im Bereich grosser Lasteinleitungen Verstärkungen, keine separaten Einzelfundamente.

In den Sockelgeschossen wird in der Fassadenebene die rundumlaufende Tragkonstruktion mittels Stahlbetonstützen vorgesehen; auch hier empfi ehlt sich der Einsatz von Fertigteilstützen zur Straffung der Bauzeit. Diese Stützen werden passgenau auf die Anschlussarmierung der Plattentragwerke aufgesetzt und die Freiräume vergossen.

Über den Sockelgeschossen folgt ein weiteres Geschoss in Leichtbau - dieses ist im Grundriss gegen die darunterliegenden Ebenen verschränkt.

Ab der Decke über dem 2. Sockelgeschoss folgt der Aufbau mittels Trägerrostsystem, in welches zur Einhaltung aller statischen Randbedingungen raumhohe Stahlfachwerke eingesetzt werden, um die Auskragungen kostengünstig zu bewerkstelligen. Sämtliche Ausfachungen der letzten beiden Decken werden zimmermannmässig hergestellt.

Abschliessend bleibt festzuhalten, dass nicht nur aufgrund der Verringerung der Bauzeit, sondern auch durch den Einsatz leichterer Deckenelemente (Hohldielen & Stahl/Holzkonstruktionen) und somit weniger Lasteinleitung in den Untergrund grosse Vorteile für das Projekt erzielt werden können.