Geriatriezentrum Donaustadt
BGF: 30.000 m²
Ort: Wien
Jahr: 2009

Kategorie                                 Gesundheitsbau
Bauherr Wiener Krankenanstaltenverbund
Ort Wien
Jahr 2009
BGF 30.0000 m2

PROJEKTBESCHREIBUNG

GESAMTKONZEPT

Um ein harmonisches Gesamtensemble von adaptiertem Bestandsgebäude und ergänzendem Neubau zu erzielen, wird ein fliessendes amorphes Volumen vorgeschlagen, das ein Höchstmass an attraktiver Zimmerorientierung bei gleichzeitigem Erhalt grösstmöglichen Grünraums garantiert.

Die Situierung des 4-geschossigen ACU-Zentrum in der Grundrissform eines 5-Ecks mit eingeschnittenem Innenhof im nördlichen Grundstücksbereich eröffnet mit dem 7-geschossigen Geriatriezentrum massstäblich angenehm proportionierte Gartenbereiche.

Die vorgeschlagene Formensprache der weichen Baukörper hebt sich bewusst vom rigiden 70-er Jahre Funktionalismus der angrenzenden Krankenhausarchitektur ab und versucht ein humaneres Ambiente zu thematisieren.

UM- UND ZUBAU GERIATRIE

Die Adaption des Altbaus erfolgt einerseits unter dem Aspekt einer kostenmässig vernünftigen und günstigen Intervention, andererseits unter dem Blickwinkel eines völlig neu zu erzielendem Arbeits- und Wohngefühls und gestalterischem Erscheinungsbildes.

Aussen wird dies durch eine strikte Bezugnahme auf die vorhandene Baukörperstruktur erreicht und durch vorgelagerte umlaufende Loggien und Balkone mit raumhohen, farbigen schattenspendenden Paneelen ergänzt.

Die thermisch wirksame Innenebene besteht aus hochdämmenden Holz-Pfosten-Riegelsystemen mit 3-fach-Isolierverglasung und einem direkt davor gelagerten Sonnenschutz in Form von Jalousien. Die elektrisch betriebenen Jalousien sind mit Lichtlenk-Funktion sowie vollautomatischer Steuerung ausgestattet.

Im Inneren weitgehende Übernahme der bestehenden Patientenzimmerstruktur aber grosszügigen Veränderung und Neuinterpretation der Kernbereiche, die zu anregenden Kommunikationszonen mit differenzierten Raumerlebnissen werden.

Die abgerundeten weich erscheinenden Kernbereiche erinnern an Flusssteine, welche durch die ‚umspülenden‘ Erschliessungswege ihre Scharfkantigkeit verloren haben. Unterschiedliche Farben, Texturen und Lichtführung machen die Wandelgänge zu sinnesanregenden Erlebnisräumen.

Die Forderung nach lichtdurchfl uteten attraktiven Allgemeinbereichen mit wiedererkennbaren ‚Strassen und Plätzen‘ und hohem Identifi kationscharakter aber auch überschaubarer kleinteiliger Nachbarschaft wird voll erfüllt.

Die Situierung von Schwesternstützpunkten und Personalbereichen ist unter den Gesichtspunkten bestmöglicher Arbeitsabläufe und Übersicht über die Stationsorganisation gewählt.

Entsprechend verortete Bewohneraufenthaltsbereiche lassen einerseits eine integrative beobachtende Teilnahme der Patienten am Arbeitsablauf des Pfl egepersonals zu, andererseits aber auch Blickbeziehungen zur Gartenlandschaft sowie wegen der Positionierung an verschiedenen Himmelsrichtungen das bewusste Erleben von Tages- und Jahreszeitabläufen.

ACU-ZENTRUM

Der Neubau des ACU-Zentrums gliedert sich in den 3-geschossigen Stationsbereich und die erdgeschossig eingeschobenen Volumen der Ambulanz und Therapiezonen. Diese Bereiche verzahnen sich mit angrenzenden Gartenbereichen und den innenliegenden Atrium und ergeben geschützte Aufenthaltsbereiche als Treffpunkt und Rückzugsbereiche der Therapiegärten.

Die Grundrissorganisation der Stationen ist geprägt durch optimale Zimmerhauptorientierung nach Westen und Süd-Osten und idealer Verortung der Stützpunkte. So kann durch dynamische Gangerweiterung zur Schwesternkanzel hin der gesamte Stationsbereich eingesehen werden.

ERSCHLIESSUNG - FREIRAUMPLANUNG

In der 3-geschossigen Erschliessungshalle, die als Verbindungsgelenk zwischen Alt- und Neubau fungiert, sind allgemein zu nutzenden Funktionen im Erdgeschoss und in den oberen Geschossen Tagräume mit vorgelagerten begrünten Balkonen attraktive Aufenthaltszonen, welche die Beobachtung des Kommens und Gehens ermöglichen. Mehrzwecksaal, Bibliothek, Cafe, Frisör werden an der Eingangsseite des Geriatriezentrums der Vorfahrt zugeordnet und funktionieren somit als Schnittstelle zwischen öffentlichem Raum und den Geriatrie-/ACU-Zentrum.

Der nordöstlich gelegene Grundstücksbereich gegenüber der U-Bahn-Station wird als städtischer Platz defi niert und vereint die fussläufi ge Durchwegung zum Schwesternheim mit dem Zugang zum GZD. Die Patientenvorfahrt wird an der Ostgrundgrenze vorgeschlagen und entfl echtet somit Fussgänger und motorisierten Verkehr. Die Platzgestaltung ermöglicht ein generationen- und benutzübergreifendes Kommunizieren zwischen Bewohnern des Bezirks und dem GZD.

Der breite Grünstreifen entlang der Strasse wird intensiv mit einer gemischten Schmuckpfl anzung (Sträucher, Stauden, Gräser) zu einem markanten Blickfang. Das GZD hebt sich damit klar vom übrigen Strassenraum ab. Weiters wird durch die dichte Pfl anzung die Distanz zu den Untersuchungsräumen im Erdgeschoss gewahrt.

Patienten werden durch ein vielfältiges Angebot, das alle Sinne anspricht, individuell gefördert. Der Garten ist als Erlebnis- und Erfahrungszone in sicherer Umgebung konzipiert, in welchem soziale Kontakte gepfl egt werden können.

Der ‚Hauptgarten‘ wird als grosszügige Platzfl äche mit üppigem Rahmen (Strauch- und Staudenpfl anzung, Baumreihe) angelegt. Im Zentrum gliedern eine baumbestandene, leicht modellierte Rasenfl äche und die Wasserfl äche als Blickpunkte den Gartenraum. Der Platz wirkt als vielfach nutzbarer Treffpunkt - Ort der Begegnung für Patienten, Angehörige, Personal, unterschiedliche Kulturen und Feierlichkeiten.

Ein gläserner Pavillon bildet den Mittelpunkt der Gartenlandschaft am Dach. Dadurch wird der Garten und die weitere Umgebung bei jedem Wetter erlebbar gemacht. Grosse Pfl anztröge bieten ausreichend Raum für eine intensive Gestaltung. Die Anlage von Schmuckbeeten unterstreicht die hohe Aufenthaltsqualität.