KH Oberwart
BGF: 43 100 m²
Ort: Wien
Jahr: 2015

Kategorie                                 Gesundheitsbau
Bauherr KRAGES Burgenländische Krankenanstalten Gesellschaft M.B.H. 
Ort Wien
Jahr 2015
BGF 43 100 m²

PROJEKTBESCHREIBUNG


 

Architektur
Die Ausblicke ins Freie und die logische Wegführung ermöglichen eine jederzeitige intuitive Orientierung der Patienten und des
Personals. Unter der Zielsetzung der Schaffung eines bestmöglichen humanen Ambientes wird das Erscheinungsbild von einem
modernen Wellnesshotel angestrebt. Die maximale Verflechtung von großzügigen Grünflächen auch auf den Terrassen des
Sockelbereiches und auf den Dachgärten der Pavillons unterstreichen das positive Empfinden von Erholung und Stressreduktion. Es wird
eine einladende Architektursprache, die Vertrautheit, Gastfreundschaftlichkeit und Dynamik suggeriert, vorgeschlagen.

Die Außenanlagen werden unter dem Aspekt eine den Heilungsprozess unterstützende Maßnahme als integrativer Teil des
architektonischen Konzeptes gesehen. Das "Grün" zieht sich nicht nur um die Gebäudehülle, sondern verflechtet sich auch räumlich,
durchdringt und übergrünt die Volumen. Die intensiv begrünten Dachterrassen, die den Pflegestationen unmittelbar zugeordnet sind,
haben den großen Vorteil der schnellen Erreichbarkeit und guten Sichtbeziehung zu den Stützpunkten bei gleichzeitig hoher Sicherheit.


Externe Erschließung des Areals
Die Zugänge für Patienten/Besucher/Personal und Warenlogistik sind übersichtlich geführt und entflochten. Patienten und Besucher,
die mit öffentlichen Verkehrsmitteln am zentralen Platz ankommen, betreten das Krankenhaus in der Halle. Die mit PKW ankommenden
Mitarbeiter parken unmittelbar auf einem Parkplatz an der Dornburggasse und können über einen gesonderten Eingang im UG1 direkt
in die Zentralgarderoben gelangen. Rettung und selbstfahrende Notfallpatienten erreichen das Krankenhaus über die getrennte
Notfallzufahrt, die an der Nordseite des Gebäudes zur Erstversorgung führt.

Interne Erschließung
Gestalterische und funktionale Leitidee der internen Erschließung ist die Raumsequenz von Brücke und innovativer Magistrale. Den
Auftakt bildet eine 2geschoßige Eingangshalle, die den Empfang aufnimmt. Von diesem Bereich führt einerseits eine
Treppenverbindung, andererseits eine Rolltreppenverbindung für die Besucherströme zu den Pflegestationen hinauf auf die
Verteilergalerie der Pflegeebene.Die ost-/westverlaufende Magistrale fungiert als zentrales Rückgrat mit allen horizontalen und
vertikalen Verbindungen. Dieser 5,00 m hohe Raum bietet genügend Platz als Hauptfunktionsachse für Patienten und Personal, die mit
Sichtbeziehung zu den Innenhöfen im Süden auch Sonnenlicht in die Magistrale ermöglicht.Die Lufträume in der Magistrale
ermöglichen die jederzeitige perfekte Sichtbeziehung in alle Richtungen und somit intuitive Orientierung.

Anordnung der Betriebsstellen
Die funktionale Aufteilung und Zuordnung der Betriebsstellen in den beiden Sockelgeschoßen erfolgt grundsätzlich nach dem Prinzip
kürzester Wegverbindung und bestmöglicher Orientierung .Die Zufahrt zur Notfallaufnahme im UG 1 wird über eine Rampe zu einer
Vorfahrtsplattform unter dem Gebäude bewerkstelligt. Die Haustechnikbereiche sind direkt unter den relevanten Gruppen zugeordnet
und ermöglichen somit kürzeste Anbindungen. Über eingeschnittene Innenhöfe kann das 1. OG großzügig tagesbelichtet werden. Die
nahe Zuordnung zum Logistikgebäude kann den hohen Bedarf an Warenaustausch ideal bewerkstelligen. Das baulich separate
Logistikgebäude mit Apotheke beherbergt auf der Dachebene den Personalspeisebereich, der mit rundum laufender Terrasse kurze
Rückzugsmöglichkeit und Regeneration für das Personal ermöglicht. Die Anordnung der Pflegestationen in den oben aufgesetzten
Pavillons entspricht den medizinischen Untersuchungs- und Behandlungsräumen in den Sockelebenen. So teilen sich die Module in
logische funktionelle Zusammenhänge, also therapeutische / chirurgische und radiologische Abschnitte. Den unterschiedlichen
Lebenszyklen der einzelnen Bereiche werden durch die additive Anordnung der jeweils autarken Funktionsgruppen entlang der
Magistrale Rechnung getragen. Dadurch können Personal- und Materialströme so geplant werden, dass bei Um- und Anbauten keine
Fragmentierung dieser Ströme entsteht. Die für sich unabhängigen Einzelteile können ausgetauscht und verändert werden, ohne das
Gesamtgefüge zu beeinträchtigen. Eine spätere Erweiterung um die gesamten Nutzflächen des Krankenhauses wird in Fortführung der
Hauptachse als Potenzial vorgehalten.