LKH Neunkirchen
BGF: 42.800 m²
Ort: Neunkirchen
Jahr: 2009

Kategorie                                 Gesundheitsbau
Bauherr NÖ Landeskliniken-Holding
Ort Wien
Jahr 2009
BGF 42.800 m2

PROJEKTBESCHREIBUNG


BAUPLATZ

Es werden ausschließlich die Objekte „Verwaltung/Sparkasse/Apotheke“ und „Gaszentrale/Garage/Sauerstofftank“ schon vor Fertigstellung des Neubauvorhabens abgebrochen und in provisorischen Containern untergebracht. Das gesamte Hochbauvorhaben wird in einem einzigen Bauabschnitt realisiert (in den in dem Protokoll der Fragenbeantwortung beschriebenen Bauphasen I-III).

STÄDTEBAU

Die städtebauliche Verortung des Neubauvorhabens ist getragen von der Idee einer bestmöglichen harmonischen Einbindung in das umgebende städtebauliche Gefüge unter besonderer Berücksichtigung einer attraktiven Grünraumgestaltung und Einbeziehung der wichtigen städtischen und funktionellen Funktionen der Bezirkshauptmannschaft.

Zwischen den Haupteingängen der beiden wichtigsten öffentlichen Einrichtungen der Gemeinde wird das verbindende gestalterische Element eines langgestreckten Platzes bzw. Boulevards vorgeschlagen. Dieser öffentliche Raum defi niert eine prägnante Achse als zukünftiger urbaner Treffpunkt; landschaftsgestaltet mit Bäumen, blühenden Sträucher, Wasserbecken und Brunnen, aber auch Sitzplätzen und Sitzstufen zum Verweilen und kleinen Pavillons als Wetterschutz oder auch Verkaufs-/Marktständen. Die Anbindung des denkmalgeschützten, sowjetischen Soldatenfriedhofs ist respektvoll gelöst.

Gleichzeitig dient dieser „kleine Boulevard“ auch als fussläufi ger Verteiler vom nördlich gelegenen Parkplatz zur Bezirkshauptmannschaft und zum Landesklinikum. Dieser Parkplatz wird über die neue Erschliessungsstrasse von zwei Ein- und Ausfahrten erschlossen und dient für beide Institutionen sowohl als Besucher-/Personalparkplatz und Taxivorfahrt. Die Fläche wird durch Verwendung von Rasenpfl astersteinen im Bereich der Stellplätze und entsprechenden dimensionierten Grünstreifen zwischen den Stellplatzreihen und Pfl anzung von ca. 100 Bäumen so ökologisch wie möglich geplant.

Entlang der Bundesstraße B3 wird einen dichte doppelte Baumreihe vorgeschlagen sowohl als abschirmende Gestaltung als auch als ‚grüne‘ städtebauliche Strassenraumkante. Eine Nord-Südverlaufende Gartengestaltung bettet das Landesklinikum in eine üppig begrünte Oase von blühenden und duftenden Pfl anzen ein. Fuss- und Radwege ergänzt durch unterschiedlich thematisierte Plätze stellen sowohl eine attraktive Aufenthaltsqualität für Patienten und Besucher im Freien dar als auch eine Anbindung zur Busstation an der B3 und eventuell mögliche öffentliche Durchquerung des Landesklinikumareals.

GEBÄUDE

Das geforderte Raumprogramm wird in 4 Baukörper funktionell gegliedert: Untersuchungs-/Behandlungstrakt, zwei Bettenstationen und die gläserne Verbindungshalle. Der Untersuchungs-/Behandlungstrakt wird als rechteckiges 3-geschossiges Gebäude mit vier inneren Belichtungs- und Aussichtshöfen vorgeschlagen. Eine Nord-Südverlaufende Magistrale trennt in Besucher-/Patienten und Personalwege. Die Organisation dieser Funktionsgruppen ist nach den Anforderungen effi zientester und betriebstechnischer ökonomischster Abläufe geplant. Im Erdgeschoss befi nden sich die zentralen Ambulanzen, Notfallversorgung, Funktionsdiagnostik, Endoskopie und Radiologie. Im Obergeschoss physikalische Medizin, Therapiezentrum Psychiatrie, Labormedizin, Krankenhausverwaltung, Diensträume der Ärzte. Im 2. Obergeschoss OP-Bereich und Entbindung, Intensiv-Pflege, Tagesklinik und Geburtenstation.

Im Dachgeschoss Haustechnik und Hubschrauberlandeplatz. Die 10 Bettenstationen sind in 2 fünfgeschossigen Baukörper geplant, die so zueinander versetzt angeordnet sind, dass bestmögliche Sichtbeziehungen in den Süd-/Ost- und Westseitigen Patientengarten garantiert sind. Begrünte Atrienhöfe ermöglichen Sonnenlicht bis ins Innere der Gebäude und beste Orientierung in den Gängen und Funktionsräumen. Interessante Wandelgänge bieten sowohl Blicke am Ende des Flurs in den Aussenbereich als auch Aufenthaltsnischen dem Innenhof zugewandt.

Die zentral gelegene Eingangshalle ist die räumlich geschlossene Fortsetzung des langgestreckten Erschliessungsplatzes. In der 3-geschossigen lichtdurchfl utete Halle stellen Bäume und andere Grünpfl anzen ein verknüpfendes Element zwischen Aussen und Innen dar und helfen gleichzeitig eine angenehme und angstfreie Zugangssituation zum ‚Gesundwerde Haus‘ herzustellen. Die lichte und sympathisch wirkende Atmosphäre soll die Assoziation zu Wintergarten und Hotellobby erwecken und somit die positiv-optimistische Einstellung der Benutzer des Hauses fördern.

Um den wohnlichen Charakter weiter zu unterstreichen wird entsprechend behandeltes Holz als Material für die Fassadengestaltung vorgeschlagen. Um der geforderten Energieeffi zient gerecht zu werden, ist der Anteil an geschlossenen und somit als Speichermasse wirkenden Fassadenteilen ca. 60%. Die verbleibenden ca. 40% Transparente Flächen garantieren ein sinnvolles Mass an möglichen Blickbeziehungen nach Aussen und sehr gute Belichtungsverhältnisse.

Dem eigentlichen Gebäudeabschluss wird aus Gründen der Beschattung aber auch als weiteres ‚Wohlfühlangebot‘ allen Zimmern eine umlaufende Terrasse vorgelagert. Die somit optisch sichtbare Aussenhaut wird durch die Terrassenverkleidung aus horizontalen Holzlamellen mit eingeschnittenen rechteckigen bzw. elliptischen Öffnungen definiert. Es entsteht ein facettenreiches Spiel aus Licht und Schatten mit vertrautem und heimelig empfundenem Material, das an gut funktionierenden Wohnbauten denken lässt.

Insgesamt entsteht ein städtebaulich sensibel positioniertes Gesamtensemble unter Einbeziehung der Bezirkshauptmannschaft mit interessanten neuen urbanen Qualitäten. Die architektonische Formensprache, die gleichzeitig Kompetenz und Modernität erkennbar macht aber auch einfühlsam auf die besondere Situation der Nutzer – sowohl Patienten als auch medizinisches Personal – Bedacht nimmt führt zu grosser Akzeptanz und wird zur beschleunigten Gesundung beitragen.