Neutorgasse
BGF: 3.800m²
Ort: Wien
Jahr: 2014

Kategorie                                 Wohnbau
Bauherr Post AG
Ort Wien
Jahr 2014
BGF 3.800 m2

PROJEKTBESCHREIBUNG


Auf Anregungen bei der Präsentation am 26.06.2014 bei der Post Immobilien, wurden seitens der beratenden Immobilienspezialisten Dr. Eugen Otto, Mag. Buxbaum und Mag. Orisich folgende Punkte überarbeitet. 

ERDGESCHOSS 

Im Erdgeschoß wird durch Verlegung des Haupteingangs in die Symmetrieachse des U-förmigen Grundrisses eine neue Zugangsrichtung von der Werdertorgasse aus vorgeschlagen. 
Es entsteht eine repräsentative Adresse mit schützendem Vordach und der Möglichkeit einer PKW-Vorfahrt. 
Die Anzahl der PKW-Stellplätze wird in einem mechanischen Parksystem mit bis zu 16 PKW-Plätzen deutlich erhöht. Die Zufahrt wird über die Börsegasse an der Stelle der bestehenden Gehsteigüberfahrt organisiert. 

Man betritt nun unter dem auskragenden Glasdach ein zentrales Foyer, von dem aus die getrennte Erschließung zu den Büronutzern und dem privaten Bereich der Wohnungszugänge erfolgt.  Der Niveauunterschied zwischen Strassen- und Erdgeschoßniveau wird neben einer breiten, sehr flachen Treppe auch durch eine Hubbühne angeboten, die auch für Gehbehinderte, Kinderwägen, etc. bequem überwunden werden kann. 
Ein großer Fahrradeinstellraum und Platz für Kinderwägen liegen unmittelbar rechts vom Foyer, das auch die Postkästen beherbergt. Ein Müllsammelraum kann über eine Schleuse direkt von den Stiegenhäusern erreicht werden. Die Abholung durch die MA48 erfolgt vom rückwärtigen Zugang aus der Neutorgasse.  

Die besonders große Raumhöhe im Erdgeschoß kann aber nicht nur für ein mechanisches Parksystem genutzt werden, sondern auch an den straßenseitigen Verkaufs- oder Bürobereichen mittels eingeschobener Gallerieebenen um weitere Flächen vergrößert werden (Nutzung als Präsentationsfläche, Back Office, Teeküchen, Garderoben, Lager,….) 

REGELGESCHOSSE

Die Nutzung der Geschoße 1, 3 und 4 kann so wie in den schon präsentierten Varianten A, B, C entweder als Großbürgerwohnungen, Businessappartements, Kleinwohnungen für Anleger, servicierte Appartements etc. in verschiedenen Kombinationen variiert werden. 
Wesentlich ist das Augenmerk auf möglichst große Bezugnahme auf die bestehende statische Struktur des Hauses und möglichst geringer kostenverursachender Eingriffe in die Substanz. 
Ein konsequentes Trennen der Zugänge von privat genutzten Wohnfunktionen und Bereichen von Büro oder gewerblichen Flächen ist Grundüberlegung des Entwurfs. 

DACHGESCHOSS  

Die Frage nach Stauraum im Dachgeschoß bzw. einer etwaigen Mehrung von verwertbarer Nutzfläche im Dachgeschoß wurde in mehreren Themen abgehandelt. 
Der um 80 cm angehobene Dachgeschoßfußboden wird an verschiedenen Stellen geöffnet und mittels Stufen als begehbares Volumen für Kofferlager, Schuhlager, „gläserner Weinkeller“, aber alternativ auch als visueller Eyecatcher, z.B. im Boden eingelassenes Aquarium bzw. Lichtinstallation vorgeschlagen. 

Die Anhebung des Fußbodenniveaus ist unabhängig von oben genannten Punkten, ideal für die Haustechnik-Leitungsführung, schalltechnische Entkoppelung, einfache Bauführung und obligatorisch um die 1,10 Meter (max. 1,20 erlaubt) direkte horizontale Sichtverbindung der Aufenthaltsräume ins Freie (über den 1,70 hohen bestehenden Kniestock) zu gewährleisten.  Die teilweise bis 6,20 hohen Lufträume über den Wohnbereichen können durch eingeschobene Gallerien als Erweiterung der Nutzfläche dienen. 

Diese obere Ebene gilt nicht als „Zweite Ebene“ und widerspricht nicht der Intention des Flächenwidmungsplanes („nur eine Wohnebene“) darf allerdings nur 50% der theoretisch möglichen Gesamtfläche einer entsprechend fiktiven zweiten Ebene entsprechen und muss durch einen Luftraum mit der unteren Ebene verbunden bleiben.

Die im Plan dargestellten Terrassenflächen unterhalb der sonnenschützenden Pergola können zum Zweck eines Windschutzes mittels verschiebbarer Elemente geschlossen werden. Diese Räume könnten eventuell bei liberalerer Auslegung der Bauordnung in Zukunft auch als Wintergärten geschlossen werden. 

BEHÖRDENABKLÄRUNG 

Die oben beschriebene Punkte wurden mit den beiden zuständigen Sachbearbeitern der Baupolizei, DI Fischer und DI Litschauer am 8.7.2014 in ausführlicher Besprechung akkordiert.

Eine andere Interpretation der Bauordnung um die Fläche in der Gallerieebene zusätzlich zu vergrößern, z.B. mittels Ausnahmeregelung nach §69, wurde unter anderem aus Gründen des nicht begründbaren öffentlichen Interesses in der Schutzzone dem eindeutigen Widerspruch zur Flächenwidmung (nur eine Wohnebene) etc. dezidiert abgelehnt.