Office Campus Gasometer
BGF I: 37.600 m²
BGF II: 50.100 m2
Ort: Wien
Jahr: 2007

Kategorie                                 Bürobau
Bauherr
 
European Capital Partners
Zwerenz & Krause KG
Projektkosten
 
Phase I: € 37 Mio.
Phase II: € 25 Mio.
Ort Wien
Jahr 2007
BGF
 
Phase I: 37.606 m2
Phase II: 50.142 m2

PROJEKTBESCHREIBUNG


SITUIERUNG - ERSCHLIESSUNG

Im Anschluss an die unter Denkmalschutz stehenden Simmeringer Gasometer erstreckt sich zwischen Erdberger Lände, Kappstraße und Guglstraße das ca. 17.400 m² große Grundstück in Ost-West-Richtung. Die unmittelbare Nachbarschaft ist zur Zeit geprägt durch die intensive Bautätigkeit eines neu entstehenden Stadtteilzentrums mit hochwertigen Wohnbereichen, Bürostandorten, Freizeiteinrichtungen und der Infrastruktur einer Geschäftsund Einkaufsmall.

Die öffentliche Verkehrsanbindung erfolgt mittels der neuen U3 (Station Gasometer), die Individualverkehrsanbindung erfolgt überregional über die A 4 Flughafenautobahn, A 23 Südosttangente und das regionale Verkehrsnetz.

STÄDTEBAULICHES, ARCHITEKTONISCHES KONZEPT

Grundlage ist die von der MA 21 entwickelte Flächenwidmungszielplanung mit geschlossener Bauweise und Bauklasse III, damit verbunden eine moderate Höhenentwicklung des Bauvolumens, das nicht in Konkurrenz zu den Industriedenkmälern der Nachbarschaft steht.

Dem Raumprogramm entsprechend wird eine doppelkammartige Grundstruktur gewählt, die über eine zentrale Verteiler- und Kommunikationsschiene die einzelnen Pavillons verbindet. Zwischen den Baukörpern entstehen großzügige, begrünte Innenhöfe, die zum angrenzenden Straßenraum unterschiedlich abgeschlossen sind. Einerseits soll die umlaufende und zusammenfassende Struktur ein entsprechendes Image transportieren, andererseits den Anforderungen nach Lärmschutz (Nordseite) und Lichttransparenz (Südseite) gerecht werden. Als weiterer Effekt wird ein ruhiger, sicherer „eigener“ Außenbereich defi niert, der unabhängig von der umgebenden (Bau-) Landschaft identitätsstiftenden Bezügen ermöglicht. Entlang der Erdberger Lände wird eine über 5 Geschosse reichende „Grüne Wand“ thematisiert, die nur durch die notwendigen Fluchtstiegenhäuser der Pavillons rhythmisiert wird und am Ostgrundstückseck durch das markante, schwebende Volumen des Veranstaltungs- und Schulungszentrums akzentuiert ist. Den westseitigen Abschluss des spitz zulaufenden Grundstücks definiert ein weit sichtbares Firmenlogo. Der daran anschließende, der Krümmung der Guglstraße folgende Glasscreen, schließt die Höfe südseitig (lässt aber gleichzeitig Sonnenlicht ins Gebäudeinnere fluten), steigt bis zur südöstlich gelegenen „Plaza“ an, umschließt diesen öffentlichen Raum und begleitet einerseits zur fußläufigen Stegverbindung Richtung U3-Station und führt andererseits zum 5stöckigen Eingangsatrium.

FUNKTIONELLES KONZEPT

Die innere Erschließung erfolgt über die verglaste 5geschossige „Kommunikationsschiene“, die sowohl die vertikale (Stiegen, Lifte) wie horizontale (Gänge, Verbindungsstege) Verteilung übernimmt, als auch sämtliche Büronebenfunktionen, wie Besprechungsinseln, Teeküchen, Kopierzonen, Postverteiler, Sanitärflächen, usw. Somit können die Regelgeschosse 1. bis 4. Obergeschoss und 5. und 6. Terrassengeschoss der 7 Pavillons vollkommen offen strukturiert werden. Jede Nutzungsvariante von Einzel-, über Gruppen- zu Großraum- und Kombibüro ist möglich. Die vorgeschlagene Möblierungsvariante zeigt ca. 3.000 Arbeitsplätze, was in etwa 10,5 m² pro Arbeitsplatz bedeutet.

Der Eckpavillon an der Kappstraße/ Erdberger Lände beinhaltet entsprechend seiner Sonderposition im städtebaulichen Kontext die im Raumprogramm geforderten großflächigen und teilweise halböffentlichen Sonderfunktionen. Hier wird in der zurückgesetzten Straßenebene die Ver- und Entsorgung angelagert, aber auch die Postabteilung mit Verteilerzentrum. Das Hauptvolumen nimmt die im ersten Obergeschoss liegende 2 1/2 geschossige Veranstaltungshalle für maximal 400 Personen ein. Der ihr vorgelagerte Foyer- und Pausenbereich fällt in kaskadenartigen Terrassen bis zum Eingangsatrium. Sitzstufen, begrünte Bereiche, plätscherndes Wasser ergibt eine angenehme, aber anregende Raumatmosphäre. Im 4. Obergeschoss befi ndet sich das Schulungszentrum mit entsprechenden Schulungs-, EDV- und Gruppenräumen.

Das Rechenzentrum umfasst die gesamte Fläche B2 im 3. Obergeschoss und ist als besonders sensible Zone mit redundanter Stromversorgung eigener Haustechnik und speziellen Sicherheitskontrollen ausgestattet. Als besondere Vorsichtsmaßnahme während der Bauphase 2 (Erweiterung um 28.000 m²) wurden bei Aushub- und Spundungsarbeiten die auftretende Erschütterungen im Rechenzentrum seismologisch mittels angebrachter Fühler ständig überwacht und der Arbeitsvorgang entsprechend gestaltet.

Um die „Plaza“ gruppieren sich öffentliche und halböffentliche Funktionen, wie der Restaurant- und Cafeteriabereich mit den dahinterliegenden Küchenandienungszonen. Zusätzlich zu den nutzungsneutralen Stockwerksbesprechungszimmern, die in jedem Pavillon angeordnet sind, gibt es einen über alle Ebenen reichenden zentralen Konferenzbereich, der durch Faltwände in 5 bis 15 Säle unterschiedlicher Größen teilbar ist.

Von der Kappstraße aus führt die Einfahrtsrampe in die beiden Garagengeschosse mit den erforderlichen 380 PKW-Plätzen. Auch in diesen Geschossen übernimmt der unterirdische Bereich der Kommunikationsschiene sämtliche Verteilerfunktionen, sowohl der direkte Zugang zum Parken, den Lagerbereichen und der Haustechnik als auch die tägliche Ver- und Entsorgung aller Güter wird hier bewerkstelligt.