IL Duomo
BGF: 28.300 m²
Ort: Wien
Jahr: 2012

Kategorie                                 Bürobau
Bauherr Signa Holding
Projektkosten €  32 Mio.
Ort Wien
Jahr 2012
BGF 28.300 m2

Projektbeschreibung


LEITIDEE

Exakt im Rahmen der widmungstechnischen Vorgabe wird ein 10-geschoßiges, 35m hohes Gebäude vorgeschlagen, das im städtebaulichen Kontext zum Bank Austria Campus steht. Die sanft geknickten mäandierenden Baukörper fi nden im „Il Duomo“ eine formale Fortsetzung.

Der besonderen Lage des Bauplatzes Rechnung tragend(im Westen direkt am Bahngleis, im Osten parallel zum wuchtigem, ehemaligen IBM-Gebäude und von dessen Straßenfront um fast 40m zurückversetzt), versucht das neue Gebäude im Süden die gesamte verfügbare Bauplatzbreite zu nutzen, um eine möglichst markante Schaufl äche in der Blickrichtung vom Praterstern zu erzielen.

Durch Anfügen von 2 Quertrakten, entsteht eine kammartige Grundrissstruktur die ein hohes Maß an bestens belichteten und vielfach im Einrichtungslayout zu bespielenden Nutzflächen geschaffen.

Das wesentliche typologische Element der Sockelzone ist die Torfunktion und Durchlässigkeit zum angrenzenden Bank Austria Campus. Die Tausenden vorbeiströmenden Fußgänger und Radfahrer fi nden beidseits des Gebäudes attraktive städtebauliche Situationen vor. Die Walcherstraße zugewandte Seite ist durch eine 2-geschoßige Arkade Wind und Wetter geschützt, die Bahntrassen zugewandte Seite erweitert sich nischenartig zu kleinen attraktiven Plätzen.

Besonders die 2-geschoßige Eingangslobby mit Kundenberatungszone wird (durch eine klar strukturierte Securityzugangsführung zu den Liften und Treppen) für die Allgemeinheit zu einer offenen, zum Durchfl anieren einladenden „inneren Straße“. Diese Zone dient sowohl der Erweiterung des öffentlichen Raums, bei gleichzeitigem Präsentieren von Produkten oder Inhalten der eingemieteten Companies, als auch als zentrale „Meet and Communication Area“ für die Nutzer.

Das Thema der bestmöglichen optischen Präsenz der Stirnseite zum Praterstern hin, wird auch in der Zufahrtsrichtung Walcherstraße aufgegriffen. Das Gebäude dreht sich in Blickrichtung der Straßenachse, annähernd rechtwinklig auf diese Achse und gewinnt dadurch an optischer Prägnanz (auch akzentuiert durch spezielle Materialverwendung der Fassadenverkleidung).

Die volumetrische Staffelung der 2-geschoßigen Sockelzone zu den 7-geschoßigen Quertrakten, ermöglicht begrünte Terrassen als Pausenfl ächen. Durch das vorgeschlagene metallene Berankungs-gitter, 80cm vor der Fassade der Quertrakte kann die fehlende Begrünung an dem nur 7m breiten Bahnbegleitweg am eigenen Bauplatz (und Baukörper), ersetzt werden. D.h. die üppige, begrünte Böschung im nördlichen Bereich des Bank Austria Campus kann zwar wegen des schmäler werdenden Verlaufs des Rad- undFußweg am neuen Bauplatz nicht fortgesetzt werden, aber im und auf dem neuen Gebäude kompensiert werden.

FUNKTIONALER ZUSAMMENHANG

Das Gebäude weißt die max. mögliche BGF-Fläche von 24.400 m² auf. Die max. oberirdische Mietfläche 21.200m².Das Verhältnis BGF zu MF beträgt 87%. Lt. Ö-Norm B 1800 Das Erdgeschoß ist funktionell, wie schon zuvor beim Städtebau beschrieben, Durchgangs- Präsentations- und Eingangszone. Zentrale Portierlogen sind Anlaufstelle für Information und überblicken die Zugänge und Security-checks. Im eingehängten Galeriegeschoß ist eine öffentlich zugängliche Cafeteria. Weiters sind in diesem nur von internen Mitarbeitern zu nutzenden 1.OG ein Konferenzzentrum, allgemeine Funktionen wie Betriebsarzt, Betriebsrat, … Das 2. bis 6. Obergeschoß sind Regelgeschoße mit ca. 2.315 – 2.388m² MF, die gesamthaft genutzt oder in 4 Mieteinheiten aufgeteilt werden können und Mietgrößen von 539m²/611m²/620m²/615m² ergeben. 2 zentrale Kernbereiche mit insgesamt 6 Liften, wobei die 2 Feuerwehrlifte auch als Lastenauf-züge verwendet werden können, versorgen die max. 265 Personen pro Ebene (bei 9m² pro Arbeitsplatz oder 238 Personen bei 10m² pro Arbeitsplatz). Die gewählten Trakttiefen ermöglichen jedes Bürolayout von Großraumbüro, Gruppenbüro, Businessclub, Kombibüro bis hin zum Einzelbüro. Jede kleinste Mieteinheit verfügt über Sanitärräume (Berechnung plus 30% Behördenvorgabe) Lan-raum Teeküche, Kopierraum mit separaten Papierlager, Putzraum, Stockwerksgarderobe , kleinen Besprechungseinheiten und Kommunikationsbereichen. Jedes Stockwerk hat Zugang zu Wintergärten und Terrassen-oder Raucherbalkonen. Die Geschoße 7,8,9 sind ohne westliche Quertrakte organisiert und orientieren sich zu repräsentativen West- und Südterrassen, die dementsprechend für VIP-Kunden oder auch Vorstands-funktionen Verwendung finden. Öffentlicher Raum/ Frei-Grünbereich Gestaltung-Bespielung Platzbereich Die gestalterische Leitidee der Platzgestaltung ist geprägt vom Bestreben, die „versteckte“ Position des Bauplatzes hinter dem ehemaligen IBM Gebäude in der Lassallestraße wett zu machen. Die funktionelle Anforderung bis zu 4.000 Personen pro Stunde von U-Bahn, S-Bahn, Bus, etc. zum „Il Duomo“ bzw. daran vorbei zum  Austria Campus zu geleiten, führt zum Vorschlag einer gedeckten „Passarella“, die die wichtigsten Ankommenspunkte mit dem Haupteingang bzw. der Arkade verbindet. Die sanft geschwungene Passarella ist nicht nur schützende Wegbegleitung, sondern erweitert sich auch platzartig zur Buswartezone, zu einem gedeckten U-Bahnaufenthaltspunkt und der Taxivorfahrt. Als 3,5m hohes, auf Stützen ruhendes Flugdach beim „Il Duomo“ startend, beginnt sich das bandartige Dach zur Lassallestraße hin zweizuteilen, zu drehen und aufzustellen. An den jeweiligen Endpunkten bei U-Bahnstation und Bushaltestelle wird die Passarella zum weithin sichtbaren Ausrufzeichen, bestückt mit SCreens, bespielt mit C.I., Kunst, Information, … macht neugierig und verweist auf das spektakuläre Entree des neuen Viertels. Die Führung des Radwegs entlang der Lassallestraße wird vom Fußgeherbereich an 2 klar definierten Kreuzungspunkten entflochten und belässt den Platzbereich zwischen U-Bahn und Haupteingang den Passanten. Eine großzügige Baumbepflanzung und Begrünung zum verkehrsreichen Praterstern und am Beginn des Bahndamms, definiert die visuelle Begrenzung der einzigartigen Atmosphäre des repräsentativen Vorplatzes mit Reflectionpool, Grillagen und Stadtmöbel, die zum Verweilen einladen.

ÖKOLOGISCHE ASPEKTE

Green and Blue Building Nachhaltigkeit des Projektentwurfes Ziele: Ziel des Entwurfes ist es, neben den architektonischen Aspekten vor allem ein gesamtheitlich nachhaltiges Gebäude zu planen, dies unter den nachfolgend genannten Aspekten:

• Lebenszykluskosten unter besonderer Berücksichtigung der Fassaden-Errichtungs- und Wartungskosten.

• Energieeffizienz unter dem besonderen Blickwinkel des Endenergiebedarfes

• Auswirkungen auf den ökologischen Fußabdruckes

• Optimierung des Primärenergiebedarf • Minimierung der Reinigungs- und Wartungskosten