KH Zell am See
BGF: 17.000 m²
Ort: Zell am See
Jahr: 2007

Kategorie                                 Gesundheitsbau
Bauherr Zellamsee Landeskliniken BetriebsgesmbH
Ort Zell am See
Jahr 2007
BGF 17.000 m2

PROJEKTBESCHREIBUNG


STÄDTEBAU

Die städtebauliche Gebäudeform leitet sich von den folgenden Parametern ab:

a) funktional kompakte und gleichzeitig maximal übersichtliche Organisation der Bettenstationen mit überwiegender Orientierung der Patientenzimmer nach süd-ost bzw. süd-west und somit zu den attraktiven Ausblicken zum Gebirge und dem Zeller See.

b) funktionelle Fortführung der existierenden inneren Verkehrswege des Bestandes zu logischem und effi zientem Wegesystem des Neubaus. Bestmögliche vertikale und horizontale Verknüpfung zwischen Behandlungs- und Bettentrakt bei exakt defi nierter Zuordnung der Wegeströme.

c) Verteilung der Volumen des 4-geschossigen Bettentraktes des 3-geschossigen Verwaltungsbereichs und des 2-geschossigen Parkdecks mit Helipads in strukturierter und ordnender Geometrie bei Schaffung von klaren Aussenfl uchten und Innenhöfen, sowie einer präzisen Eingangssituation mit angemessener Willkommensgeste.

ARCHITEKTUR

Das äussere Erscheinungsbild ist im wesentlichen geprägt von der vorgeschlagenen Organisation der Patientenzimmer mit auskragendem gläsernen Sitzerker und kleinem Balkon, der sich durch grosszügige Schiebefenster vom Raum hin erweitert. Um diese freundliche lichtdurchfl utete Raumsituation vor Wind, Niederschlag, Lärm und ev. zu intensiver Sonneneinstrahlung zu schützen, aber auch um eine ganzjährige Nutzung dieses attraktiven Bereichs zu ermöglichen, wird dem Hauptbaukörper eine leichte gläserne Hülle vorgestellt. Diese entstehende Zweischaligkeit garantiert einerseits optimale bauphysikalische Bedingungen und andererseits wird durch die plastische Ausformulierung der gläsernen Haut ein ganz charakteristischer architektonischer Gestus möglich. Die Gläser spiegeln je nach Neigung entweder Himmel und Wolken oder die Bäume und Pflanzen des Parks mit der Silhouette der Bergrücken im Hintergrund. Das relativ grosse Volumen des Baukörpers wird optisch zerteilt und erscheint im angemessenen Massstab zur Umgebung. Die Assoziation dieser Fassade umfasst sowohl die kristalline Formensprache der Alpen, als auch bläulich schimmernde Refl ektionen des nahe gelegenen Sees. Gleichzeitig bleibt die Transparenz gewährleistet und gibt den Blick frei auf die rhythmisch vorspringenden Erker und Balkone und die vertraut wirkende Lärchenholzverschalung des Hauptbaukörpers, die den Bezug zu ortsüblichen Baumaterialien herstellt. Im Zwischenraum der Balkone schlängeln sich immergrüne Kletterpfl anzen an gespannten Rankseilen. Insgesamt entsteht ein sympathisches modernes Erscheinungsbild das nicht negative Krankenhausbezüge herstellt, sondern vielmehr ein einladendes humanes Ambiente thematisiert.

FUNKTIONALE BEZÜGE

Mittelpunkt des Regelgeschossgrundrisses sind die Schwesternschützpunkte mit den angegliederten Funktionsräumen, die sich um ein inneres Lichtpatio gruppieren. Kürzestmögliche Wege der jeweiligen Pflegegruppen zu den Patientenzimmern, hervorragende Übersicht des Personals und Orientierungsmöglichkeit für Patienten und Besucher sind gewährleistet. Die Tagesräume sind an prominenter Stelle mit zweiseitiger Übereckorientierung positioniert. Liftgruppen am jeweiligen Anfang und Ende der Trakte ermöglichen getrennte Wegführung von Besuchern und von Patienten. Nischen in den Gängen ermöglichen sowohl eine vertikale Lichtführung durch die Stockwerke (bei entsprechender Brandschutzqualifi kation) als auch Sitz- und Kommunikationsbereiche. Um den Patienten und Mitarbeitern ein Umfeld des höchsten Komforts und Wohlfühlambientes zu bieten, werden über das Raumprogramm hinausgehend in jedem Stockwerk entweder komplentative Außenhöfe bzw. landschaftsgestaltete Bewegungs- und Aufenthaltsterrassen vorgeschlagen, die teilweise auch überdeckt und lärmgeschützt das ganze Jahr über ein attraktives räumliches Raumangebot darstellen.

KONSTRUKTION

Grundsätzlich werden die Geschossniveaus des Bestandes aufgenommen und fortgesetzt. Die Konstruktion wird als Stahlbetonskelettbauweise vorgeschlagen. Die Zimmerwände mit Ausnahme von aussteifenden Massivwänden werden als mehrfach beplankte Leichtbausystemwände vorgeschlagen um einerseits die notwendigen Versorgungsleitungen so einfach wie möglich zu führen und andererseits auch für die Zukunft grösste Flexibilität im Grundrisslayout zu behalten. Die Dächer werden als begrünte Flachdächer ausgebildet.